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Lemniskarte der Denkbewegungen

Hermann Hesse’s „Das Glasperlenspiel“ inspirierte die Idee der Lemniskarte, die Lex Bos später als Werkzeug für Urteilsbildung und Entscheidungsfindung weiterentwickelte. Die Grafik oben zeigt die Dynamik des Denkens: Alles beginnt mit einer zufälligen Frage in der Mitte. Es könnte alles sein – eine Einschränkung, eine anstehende Entscheidung oder sonstige Fragen. Von dort aus entfalten sich Gedanken. Der erste Gedanke stürzt sich auf das „Was“. Wir analysieren, bewerten und ziehen vergangene Erkenntnisse heran, um Hypothesen zu formen. Diese Erkenntnisse bringen uns zurück zum Kern der Sache, wo eine neue Frage entsteht, die dann das „Wie“ unseres Handelns beeinflusst. Dieser Prozess ist ein ständiges Hin und Her zwischen Handeln und Entscheiden, ein echter iterativer Prozess. Bei komplexen Systemen erreicht man selten eine 80%-Lösung im ersten Anlauf – meistens sind mehrere Durchgänge nötig. Warum dieses Modell? Es spiegelt den menschlichen Faktor in Prozessen wider, der oft in Standard-Kreislaufprozessen wie Kaizen oder Six Sigma fehlt.

Die komplexen Systeme sind durch Unsicherheit und ständige Veränderung geprägt, was lineare Ansätze für komplizierte Systeme hinreichend, hier ineffektiv macht. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Effectuation, einem Ansatz, der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in den Vordergrund stellt, ideal für unternehmerisches Denken in ungewissen Kontexten. Die Lemniskarte visualisiert, wie unser Denken in solchen Situationen schwingt und iterativ zwischen verschiedenen Möglichkeiten navigiert, stets angepasst an neue Erkenntnisse und Umstände. Vielleicht erinnern sie sich bei nächsten Veränderungsprojekten an die Lemniskarte, um aufkommende Schwierigkeiten besser zu managen.

 

Hinweis Literatur zu Effecutation:

Michael Faschingbauer, Dr. Dietmar Grichnik: „Effectuation“. In: zfo (Zeitschrift Führung und Organisation) 05/2011 (80. Jh.), Seite 337-344;

Dew, N., Read, S., Sarasvathy, S, Wiltbank, R.: „Effectual versus predictive logics in entrepreneurial decision making: differences between experts and novices“. In: Journal of Business Venturing, Vol. 24, 2009, H. 4.